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Auditor:innen-Entwicklung: Wie komme ich weiter?

Wie gehe ich mit Konflikten im Audit-Alltag um?

Wissen für Auditor:innen
Ina Westphal · 19. August 2026

Audit-Teams sind Teams auf Zeit – oft arbeiten Prüfkräfte nur wenige Tage zusammen. Treffen unterschiedliche Arbeitsstile, Hintergründe und Persönlichkeiten aufeinander, macht das Spannungen sichtbar wie unter einem Brennglas. Dieser Beitrag zeigt auf, warum Aussitzen Glaubwürdigkeit kostet und wie Sie Konflikte vor Ort konstruktiv klären.


Zertifizierungsstellen stellen Audit-Teams primär nach fachlichen Kriterien und Scopes zusammen. Ob die Prüfkräfte auf persönlicher Ebene harmonieren, steht auf einem völlig anderen Blatt. Dadurch fehlen oft Raum und Zeit, um als klassische Gruppe zusammenzuwachsen. Gemeinsame Erfahrungen im Umgang mit Spannungen fehlen schlichtweg. In vielen Fällen kennen sich die Kolleginnen und Kollegen vorab nicht einmal persönlich.

Zudem bilden Auditor:innen keine homogene Gruppe: Es treffen unterschiedlichste Ausbildungshintergründe, Berufserfahrungen, Persönlichkeitsmerkmale, soziale Prägungen und Qualitätsansprüche aufeinander. Während Projektteams in Unternehmen zumindest über Wochen gemeinsam an Aufgaben feilen, müssen sich Prüfkräfte innerhalb weniger Stunden zusammenraufen. Das Konfliktpotenzial ist dementsprechend hoch.

Die Gefahren des Aussitzens

Das „Aussitzen“ von Konflikten im Audit-Team hilft aber leider nicht. Entweder spürt der Audit-Kunde direkt, dass im Team etwas nicht stimmt oder dass Sie sich uneinig sind. Und wenn es besonders schlecht läuft, schadet dies Ihrer Glaubwürdigkeit als Audit-Expert:innen und strahlt auf den Auditprozess aus. Oder die auftretenden Spannungen machen es allen schwer, das Audit durchzuführen und erfolgreich abzuschließen.

Die Folge: kraftraubende Reibung untereinander. Wer sich bei einem spannungsgeladenen Audit einfach „seinen Teil denkt“. Wer hofft, dass die Zusammenarbeit einmalig bleibt, der wird vielleicht (vor dem Hintergrund des akuten Auditor:Mangels) eines Besseren belehrt. Denn nach dem Audit ist vor dem nächsten Audit.

Auseinandergehen nur mit Klärung

Vertagen Sie Konflikte im Audit-Team deshalb niemals. Verlassen Sie den Kundenstandort nicht ohne klärendes Gespräch und gegenseitiges Feedback. Es gilt der Grundsatz: Man sieht sich im Prüfwesen meist zweimal im Leben.

Damit aus leitenden nicht „leidende“ Auditor:innen werden, braucht es den aktiven Willen zur Kooperation. Andrea Kruck, selbst erfahrenste Lead-Auditorin und Leiterin der Akademie der TÜV AUSTRIA Deutschland GmbH, hebt hervor, dass gründliche Vorbereitung, klare Strukturierung und Kooperationsbereitschaft unter Kolleginnen und Kollegen das Bestmögliche aus jedem Teameinsatz herausholen. Die Zusammenarbeit in temporären Teams birgt bei richtiger Handhabung enorme Chancen für Wissensaustausch und gegenseitiges Lernen.

Weiterführende Lese-Empfehlungen für die Praxis

●           Im Team auditieren – Chance oder Risiko?: Beleuchtet tiefgehend, welche Situationen Spannungen im Team erzeugen und wie Sie bereits in der Planungsphase wirksam vorbeugen.

●           Kooperationsfähigkeit – gemeinsam mehr erreichen: Zeigt auf, warum echte Kooperationskompetenz heute mehr denn je den Ausschlag für den Erfolg in modernen Organisationen gibt.

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