Magazin
Auditor:innen-Entwicklung: Wie komme ich weiter?

Welche Weiterbildungen gibt es für erfahrene Auditor:innen?

Wissen für Auditor:innen
Ina Westphal · 20. August 2026

Für berufene Auditor:innen sind regelmäßige Weiterbildungen Pflicht – das verlangen die Zertifizierungsstellen ebenso wie die Akkreditierungsregeln. Dieser Beitrag erklärt, wie Sie mit einem eigenen Weiterbildungs-Tagebuch Ihr Selbststudium, Erfahrungsaustausche und Kongresse lückenlos belegen und Ihre Kompetenznachweise stressfrei führen.

Wer Audits nach den aktuellsten Vorgaben durchführen und aktuelle Branchenentwicklungen bewerten möchte, benötigt frisches Wissen. Zudem gehört die kontinuierliche Kompetenzentwicklung aller Audit-Beteiligten zu den Kernpflichten der akkreditierten Zertifizierungsstellen. Diese fordern daher in regelmäßigen Abständen neue Nachweise von ihren Auditor:innen an.

Praxis-Tipp: Das Weiterbildungs-Tagebuch

Um den Überblick zu behalten, empfiehlt sich das Führen eines eigenen Weiterbildungs-Tagebuchs. Da zum Wissensaufbau neben formalen Seminaren auch das eigenständige Selbststudium zählt, sollten Sie alle Aktivitäten strukturiert auflisten.

Erfassen Sie in dieser Dokumentation:

  • Neu erworbene formale Qualifikationen und Zertifikate

  • Gelesene Fachbücher, Studien, Fachzeitschriften und Online-Portale

  • Besuchte Fachtagungen, Kongresse und Fachveranstaltungen

  • Teilnahme an kollegialen Erfahrungsaustauschen (sogenannte Erfas)

  • Dokumentierte Fachgespräche mit Kolleginnen und Kollegen

Eine lückenlose Dokumentation erleichtert den administrativen Aufwand bei der jährlichen Kompetenzüberprüfung durch das Auditor-Management erheblich.

Passende Angebote für überfachliche Kompetenzen finden

Der Markt bietet unzählige Schulungen rund um reine Normenkenntnisse. Schwieriger gestaltet sich hingegen die Suche nach Trainings, die das Methodenwissen, die Gesprächsführung und die Rolle von Auditor:innen gezielt stärken. Während Grundlagenschulungen breit verfügbar sind, fällt das Angebot für überfachliche Qualifikationen deutlich dünner aus.

Achten Sie bei der Recherche nach passenden Weiterbildungen gezielt auf folgende Schwerpunkte:

  • Alternative und digitale Audit-Methoden

  • Systemische Fragetechniken, Gesprächsführung und Audit-Kommunikation

  • Konfliktlösung und Verhandlungsführung in schwierigen Prüfsituationen

  • Psychologische Grundlagen für Auditor:innen

  • Spezial-Trainings zu Zukunftsthemen wie Künstliche Intelligenz und digitale Prüf-Tools

Um unangenehme Überraschungen zu vermeiden, sollten Sie bei der Auswahl von Anbietern darauf achten, dass der Schulungsanbieter als Weiterbildungseinrichtung anerkannt oder akkreditiert ist und/oder in der Prüfbranche Vertrauen und Reputation genießt. Im Zweifel lohnt sich immer die Rückfrage und die Empfehlung von erfahrenen Auditoren-Kollegen.

Ähnliche Beiträge