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Ausbildung und Berufung: Wie werde ich Auditor:in?

Wie starte ich als Auditor:in?
(Persönliche Vorüberlegungen)

Wissen für Auditor:innen
Ina Westphal · 20. August 2026

Der Auditor-Beruf ist keine Erstausbildung, sondern eine Aufstiegsqualifikation für erfahrene Praktiker:innen. Doch wie gelingt der Wechsel in die Prüfbranche? Dieser Leitfaden beleuchtet verschiedene Beschäftigungsformen von der Festanstellung bis zur Freiberuflichkeit, hilft bei den Vorüberlegungen und gibt konkrete Schulungstipps für den Einstieg.

Es gibt in Deutschland keinen eigenständigen, erlernbaren „Beruf“ Auditor:in. Es handelt sich um eine „Aufstiegsqualifikation“. Auditor:innen sind damit allesamt per Quereinstieg zum Thema gekommen. Sie haben auf ihrem Fachgebiet oder in ihrer Branche weitreichende Kenntnisse und Erfahrungen erworben, was sie für diese Aufgabe qualifizieren kann. Denn ohne eine fachspezifische Ausbildung und die Berufserfahrung sind Auditor:innen nicht in der Lage, die richtigen Fragen zu stellen und Probleme beim Audit zu erkennen.

Aus unserer Erfahrung gibt es auch keinen festen Weg, Auditor:in zu werden. Viele berichten uns, dass sie im Laufe ihrer Berufstätigkeit mit dem Thema Qualitätsmanagement in Berührung gekommen sind. Entweder haben sie in einer solchen Abteilung gearbeitet, als Fachverantwortliche Audits begleitet, Werkstoffe geprüft oder Qualitätsanalysen durchgeführt. Andere haben sich für die Normen- oder Prozessoptimierung interessiert und dann mit entsprechenden Regelwerken gearbeitet. Andere wiederum haben in ihren Unternehmen interne Audits durchgeführt und externe Audits begleitet.

Wenn Sie den Entschluss gefasst haben, den Quereinstieg als Auditor zu wagen, dann empfehlen wir Ihnen, sich ausführlich zu informieren. Die nachfolgenden Fragen sollen hierfür eine Unterstützung sein.

Welche Beschäftigungsform ist die Richtige für mich?

Es gibt mehrere Wege, als Auditor:in tätig zu werden:

  • Sie wollen in Vollzeit und Festanstellung für eine Zertifizierungsgesellschaft arbeiten und Ihr Wissen einsetzen. Ihnen ist wichtig, die Sicherheit einer Festanstellung zu haben.

  • Sie wollen zunächst ein zweites (freiberufliches) Standbein aufbauen – neben Ihrer eigentlichen Berufstätigkeit. Sie arbeite z. B. in Bereichen, die mit Managementsystemen zu tun haben oder sind als interne:r Auditor:in in Ihrem Unternehmen tätig. Sie reizt es, auch andere Unternehmen zu auditieren. Oder Sie möchten sich allmählich an die neue Aufgabe „heranarbeiten“. Hierfür reduzieren Sie Ihre Arbeitszeit und arbeiten nebenberuflich selbständig als Auditor:in.

    Achtung:  Eine nebenberufliche Beschäftigung kann zu Interessenkonflikten führen, z. B. wenn Sie planen, Wettbewerber Ihres Arbeitgebers zu auditieren oder wenn ungeplante Audittage mit Ihrer Haupttätigkeit kollidieren. Planen Sie daher diesen Schritt gut.

  • Sie wollen sich selbständig machen und als freiberuflich tätige:r Auditor:in im Auftrag mehrerer Zertifizierungsgesellschaften arbeiten. Damit haben Sie die Freiheit der Selbständigkeit. Sie können auch andere Beratungsmandate übernehmen und einen eigenen Kundenstamm aufbauen.

Für welche Bereiche käme ich als Auditor infrage?

Hierfür haben wir in diesem Artikel [1] umfangreiche Informationen zusammengestellt. Daher nur kurz zusammengefasst: Als Auditor:in sind Sie für ein / mehrere Normen (z. B. ISO 9001) im Einsatz. Welche Unternehmen Sie auditieren, hängt von Ihrer Ausbildung, Ihrer bisherigen Berufspraxis und den Branchen ab, in denen Sie bis dato tätig waren.

Ein Beispiel: Sie haben Umweltingenieurwesen studiert, waren als Umweltbeauftragte:r, Abfallbeauftragte:r in der Abteilung Logistik eines Maschinenbauunternehmens beschäftigt. Dann könnten Sie möglicherweise für die ISO 14001 (Umweltmanagementsysteme) mit dem EAC-Code 18 (Maschinenbau), EAC 31 (Logistik), EAC 24 (Recycling) infrage kommen.

Wir wissen, das Thema ist komplex. Nicht immer finden Interessierte selbst heraus, wo Sie als Auditor:in einsatzfähig werden. Wir bieten daher auch eine Erstberatung für Interessierte an, um Ihnen etwas mehr Orientierung zu geben.

Welche Weiterbildungen brauche ich?

Wenn Sie Klarheit über die Form der Beschäftigung und Einsatzmöglichkeiten haben, dann sollten Sie im nächsten Schritt prüfen, welche Weiterbildungen Sie noch benötigen.

1 – Auditor-Ausbildung bei einem Bildungsträger

In der Regel ist dies eine Ausbildung als Auditor:in für Qualitätsmanagementsysteme (QMA). Sie bildet die Basis für weitere Schritte. Für hochspezialisierte Bereiche können ebenfalls Auditor-Ausbildungen absolviert werden, ohne den Umweg über die QMA-Ausbildung zu gehen.

Die Akkreditierungsvorgaben der Zertifizierungsstellen besagen, dass Auditor:innen dann berufen werden können, wenn sie unter anderem eine fünftägige / 40-stündige Vollzeit-Ausbildung absolviert haben.

Anbieter für Schulungsmaßnahmen gibt es am Markt viele. Die meisten (mittleren und großen) Prüfdienstleister betreiben z. B. hauseigene Akademien. Die  Auditor-Ausbildung sollte bei einem (akkreditierten) Schulungsanbieter absolviert werden. Auch wenn es keine Normenvorgabe ist, so ist es dennoch hilfreich, die Schulung mit einer Prüfung und einem Zertifikat abzuschließen. Für eine anerkannte Prüfung sollte der Anbieter als Personenzertifizierungsstelle nach DIN EN ISO/IEC 17024:2012 akkreditiert sein.

Darüber hinaus kann die Ausbildung auch bei vielen unabhängigen Bildungsanbietern absolviert werden. Da der Markt unübersichtlich ist, empfehlen wir zwei Dinge. Erstens: Fragen Sie Auditor:innen, die Sie in Ihrer Berufspraxis kennengelernt haben, nach einer Empfehlung. Zweitens: Der Bildungsanbieter sollte möglichst selbst (z. B. nach AZAV) zertifiziert sein, um Mindestqualitätskriterien für die Bildungsarbeit zu erfüllen.

Tipp: Häufig wird von Bildungsanbietern empfohlen, dass vor der Auditor-Ausbildung eine QMB (Qualitätsmanagementbeauftragter)-Ausbildung erfolgen soll. Dazu gibt es allerdings keinerlei Verpflichtung oder Vorgabe. Fragen Sie deshalb konkret nach, ob Sie sich direkt zur Auditoren-Ausbildung anmelden können.

2 - Normenschulungen

Haben Sie die Auditoren-Ausbildung absolviert, kann es sinnvoll sein, weitere Kurse zum Normenwissen zu absolvieren.

Ein Beispiel: Sie haben die Ausbildung zum Qualitätsmanagement-Auditor:in (5 Tage) absolviert, wollen aber auch als Auditor:in für Umweltmanagementsysteme künftig tätig sein. Dann suchen Sie sich eine Weiterbildung für die Normenkenntnis zur ISO 14001. Solche Weiterbildungen dauern in der Regel 2 bis 3 Tage.

3 – Kosten kalkulieren

Für Einsteiger:innen bewegen sich die Gesamtkosten für Schulungen je Weiterbildungsbedarf und Normenumfang durchaus zwischen 5.000 € und 8.000 €.

Tipp: Angehende festangestellte Auditor:innen sollten die Kostenübernahme direkt mit dem neuen Arbeitgeber (der Zertifizierungsstelle) vereinbaren – dies ist am Markt mittlerweile üblicher Standard. Auch bei Freiberufler:innen beteiligen sich Prüfdienstleister oft im Rahmen interner Programme.

Bei welcher Zertifizierungsstelle kann/soll ich mich bewerben?

Wer sucht eigentlich eine:n Auditor:in wie mich? Ob in Festanstellung oder freiberuflich: Sie können sich auf ausgeschriebene Stellen bei Zertifizierungsgesellschaften für Managementsysteme bundesweit bewerben. Beachten Sie dabei, dass Ihre Unterlagen so ausführlich wie nötig sind, um die Frage Ihrer Eignung zu beantworten. Das gilt auch für den Lebenslauf, der bei der Prüfung auf Eignung als Auditor:in als Erstes herangezogen wird. Tipps zur Umsetzung der Unterlagen finden Sie in diesem Artikel.

Sprechen Sie uns an. Wir beraten Sie.

Wir besetzen seit fast 20 Jahren Auditor-Stellen und können Sie auf diesem Weg natürlich gern begleiten und beraten. Für einen Termin mit uns melden Sie sich hier. Darüber hinaus haben wir auf unserer Webseite einen „Auditor-Pool“ eingerichtet, auf dem sich Interessierte listen lassen können – selbstverständlich mit anonymem Profil. Melden Sie sich bei uns, wenn Sie Interesse haben.

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